Mittwoch, 3. August 2016

Gelesen: Thomas Burger - "Sirius City of Vienna"-Band 1

Autor: Thomas Burger
Titel: Sirius City of Vienna. Band 1. Delusion
Verlag: novum Verlag
ISBN: 978-3-99038-680-4


Beim Vorbeigehen an meiner Stammbuchhandlung Freudensprung sind mir die beiden Sirius City of Vienna-Bände in der Auslage aufgefallen. Sieht nach einem dystopischen Roman mit Bezug zu Wien aus - da bin ich neugierig geworden. Probehalber habe ich mir einmal den ersten Band gekauft.

Während der Lektüre der ersten 140 Seiten war ich sehr dazu geneigt, das Buch abzubrechen. Die Handlung beginnt in der Zukunft, wo bereits irgendetwas Heftiges in Wien passiert ist, irgendeine böse Macht hat einen Kampf verloren und die Hauptfigur, der Crackmaster, der eigentlich ein Held für die Bevölkerung ist, gerät völlig außer Kontrolle und Freunde stehen plötzlich auf der gegnerischen Seite. Aber wirklich klar ist gar nichts, vieles ist sehr surreal, ich hab es nicht einordnen können, ob das jetzt eine Szene mit Drogenrausch-Halluzinationen ist oder real. Vieles ergab keinen Sinn. 

Es fehlte nicht mehr viel vor dem Aufgeben, als das Buch ins Verständliche kippte: ein guter Freund des Crackmasters beginnt die Lebensgeschichte der Hauptfigur zu erzählen. Ab da wird es klarer: es ist die nahe Zukunft, die Stimmung in Wien ändert sich und wird unsicherer, aggressiver und gefährlicher. Eine sektenartige Bewegung nutzt die Ängste der Menschen und baut ein System der Überwachung auf. Der Hauptcharakter des Romans, ein friedliebener junger Mann, gerät in das Visier dieser Macht und lehnt sich gegen sie auf. Dies zwingt ihn zur Flucht, wo er sich monatelang auf seine Rückkehr vorbereitet, denn er erkennt immer mehr seine innere Mission.

Nun war es richtig spannend zu lesen. Der Autor greift viele aktuelle Themen auf und spinnt den Faden weiter, zu welcher Entwicklung sie führen könnten. Es ist auch nicht ein plumpes Schwarz-Weiß-Denken, sondern ein sehr komplexes Geflecht an Gesellschaftsstruktur, die er entwirft. Für zartbesaitete Leser ist das Buch nichts, denn da gibt es schon deftige Szenen und jede Menge Blut. Der erste Band hört - natürlich - bei einem Höhepunkt auf und führt noch nicht zur Erklärung und zum vollen Verständnis des ersten Teils des Romans. Aber bis dahin hat es im Großen und Ganzen gepasst....und darum habe ich mir schon Band 2 besorgt.

Ganz kleiner Kritikpunkt liegt im Lektorat - ich finde, dass an manchen Stellen durchaus etwas gestrafft hätte werden können und es sind ein paar auffallende Tipp- bzw. Autokorrekturfehler passiert. 

Fazit: Lesenswerte Hardcore-Dystopie



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