Montag, 23. Mai 2016

Sanfte Freiheit (22.05.2016)

WildUrb habe ich es zu verdanken, dass meine Wanderlust vor einiger Zeit erwacht ist und nach Abschluss der Rundumadum-Wanderungen möchte ich jetzt wieder einige Spaziergänge aus dem "Auslöser"-Buch Wien Geht 1 unternehmen.



An diesem sonnigen Sonntag stand die Tour "Sanfte Freiheit" auf dem Plan und ich hatte erfreulicherweise wieder meinen Freund als Begleitung an meiner Seite.


Anreise:

Da die U4-Linie wegen Sanierungen zwischen Hietzing und Hütteldorf gesperrt war, verließen wir uns spontan auf die aktuellen Empfehlungen der Wiener-Linien-App quando. Es ging zunächst mit der U-Bahn-Linie U1 bis zum Stephansplatz, dort Umstieg in die U-Bahn-Linie U3 bis zur Station Westbahnhof, wo wir ohne lange Wartezeit die Schnellbahnlinie S50 Richtung Neulengbach nahmen, die uns zum Ausgangspunkt Bahnhof Hütteldorf brachte. Wir hatten eine unerwartete schnelle und problemlose Anfahrt.


Wanderung:

Zunächst ging es vom Bahnhof aus über den Hackinger Steg über den Wienfluss. (Dieser Blick von oben auf Straße und Wienfluss gefällt mir immer wieder gut) Nach Passage des Franz Schimon Parks erreichten wir bald das Nikolai-Tor des Lainzer Tiergartens. An der Außenmauer entlang geschritten, sieht man einige schöne Villen (immer ein beliebtes Steckenpferd meines Freundes, in fremde Gärten zu "spechteln"). Zunächst alles harmlos - nur ein bisschen bergauf, bis wir zur Markwardstiege kamen (Beim Anblick fiel meine Begleitung aus allen Wolken und ich fürchte es stiegen traumatische Erinnerungen an die Wanderung auf dem Nasenweg hoch): Eine steile Treppe die weit hinauf bis zum Horizont reichte. 
Markwardstiege

Mit jedem geschafften Treppenstück hatte man aber einen immer schöneren Ausblick auf Wien und direkt neben der Treppe kann man auch einige moderne Villen bestaunen.
Nach Bewältigung dieser ersten Hürde erreichten wir die erste Wiese von Am Himmelhof und gönnten uns auf einer Bank etwas Pause mit einem schönen Blick auf Wien und philosophischen freundschaftlichen Gesprächen:

"Ist es nicht schön hier?"
"Jo eh.." *schnauf*
"So ein herrlicher weiter Blick"
"Mir ist heiß"
"Ist die Wiese nicht idyllisch?"
"Wo ist das Trinken?"
"Wir sind falsch - laut Buch ist da ganz am Anfang eine Abzweigung und wir müssten auf der unteren Seite der Wiese sein."
"Da war nix"
"Na dann gehn wir runter durch die Wiese"
"Da ist kein Weg"
"Egal - einfach durch"
"Ohne Weg?"
"Sicher - das ist lustig"
"Runter? - mitten durch das hohe Gras? - da seh ich nicht zum Boden und steig in ein Loch und brich mir was"
"Vielleicht ist da unten noch was Sehenswertes."
"Dann geh runter, mach a Foto - ich bleib hier sitzen und schau mir dann das Foto an."

Vorerst blieben wir auf dem eingeschlagenen Weg, doch schließlich war meine Überzeugungskraft stark genug, gemeinsam die Wiesen zu durchqueren um wieder auf den geplanten Weg zu gelangen. Wir stapften also durch das bis zum Bauch reichende hohe Gras bergab, um zum geplanten Weg zu kommen. 
Himmelwiese
Nach dem nächsten Wäldchen zeigte mein Navi - upps - die nächste Wiese quer durch wieder hinauf. Da es zwar etwas schweißtreibend war, aber doch sehr schön, blieb weiterer Protest meines Freundes aus. 

Es ging noch einige Zeit durch die Himmelwiese, um am Ende mit einem weiteren herrlichen Blick auf Wien belohnt zu werden.

Meine Begleitung war erfreut, dass wir nun wieder einen festen Waldweg entlang gehen konnten. Unser nächstes Ziel war das Gasthaus Lindwurm. (Meine Urgroßmutter arbeitete vor über 30 Jahren in diesem Gasthaus und hier tollte ich als Kind oft mit anderen unbeschwert auf der Wiese herum). Es war ein großes Glück, dass wir Platz fanden, denn es war wegen Familienfeiern und Sonntagsausflüglern bummvoll. Trotz der Masse an Leuten war das Service flott und fleißig, das Essen gut.

Nach dem Mittagessen ging es weiter durch das St. Veiter-Tor in den Lainzer Tiergarten. Nun war noch einmal eine Steigung zu bewältigen, um den wunderschönen Wienerblick zu genießen.
Wienerblick

Ab hier ging es ohne größere Anstrengungen quer durch den Tiergarten hinunter Richtung Nikolaitor.
(Zugegeben - ich habe meiner Begleitung gegenüber behauptet, ab dem Wienerblick ginge es nur mehr bergab und dies auch selbst geglaubt - was wiederum bei kleinen Erhebungen zwischendurch zu Diskussionen über die Formulierung "immer bergab" sorgte - für Gesprächsstoff war also gesorgt)
Das letzte Stück war der bereits bekannte Weg zum Bahnhof Hütteldorf.


Heimreise:

Dieses Mal probierten wir den Ersatzbus U4Z aus. Er fuhr bis zur U4-Station Schönbrunn, wo wir mit den U-Bahn-Linien wieder nach Hause reisten. Auch das ging unbeschwerlich.

Fazit: Hat mir sehr gut gefallen, vor allem die großen Wiesen und die herrlichen Panoramablicke auf Wien - aber weniger für bergauf-phobe Personen geeignet.

Den Track-Verlauf findet man bei WildUrb
Unsere tatsächlich absolvierte Strecke kann man HIER ansehen.
Bilder der Wanderung findet man bei Flickr.


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