Mittwoch, 27. April 2016

Gelesen: Eli Pariser - "Filter Bubble"


Autor: Eli Pariser
Verlag: Hanser Verlag
ISBN: 978-3-446-43034-1

Auch dieses Buch habe ich mir aufgrund eines Artikels in "Die Presse" ("Literatur: Assange und Pariser über digitale Spione" v. Elmar Dumbs) gekauft. 
Da es nicht mehr lieferbar war und somit nicht in meiner Buchhandlung bestellbar war, habe ich über Booklooker ein gebrauchtes Buch erworben.  

Eli Pariser erörtert die Entwicklungen großer Anbieter im Internet, mit denen sie aufgrund komplexer Algorithmen die Personalisierung vorantreiben, um dem Anwender spezifischer und individueller zu bedienen. Der Nutzer gerät so in eine "Filterblase", wo er nur mehr Informationen und Angebote erhält, die seinem Profil, seinen vermeintlichen Interessen entsprechen. Der Autor sieht darin nicht nur Vorteile, sondern zeigt auch die demokratiegefährdenden Tendenzen darin auf, wenn private Großkonzerne Daten sammeln und sie auf undurchsichtige Weise verarbeiten und verkaufen.

Ich fand das Buch interessant, da es unaufgeregt aufzeigt, welche Entwicklungen sich etablieren könnten, wenn die Personalisierung und Datensammlerei ins Extrem getrieben wird. Mein Einwand ist, dass trotz aller Algorithmen eine perfekte und lückenlose Profilerstellung kaum möglich sein wird. Es wird immer eine löchrige Filterblase bleiben, denn sobald jemand anderer mit dem gleichen Account im Netz ist - wie es ja in gemeinsamen Haushalten durchaus vorkommt - oder wenn man für jemand anderen etwas googelt oder für jemanden anderen etwas bestellt u.dgl. wird sofort das Profil, das über mich erstellt wird, erschüttert und verwirrt.
Aber es ist ein lesenswertes Buch, das diskussionswürdige Tendenzen im Netz auch mit Rückblick auf die historische Entwicklung der Medien aufzeigt.

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