Donnerstag, 18. Februar 2016

Gelesen: Günther Zäuner - "Unterösterreich"

Titel: Unterösterreich. Alles über Österreichs Unterwelt

Autor: Günther Zäuner

Verlag: ecowin


Wie so oft, kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, warum dieses Buch in meiner Bibliothek gelandet ist. Zwischen Kauf und Lektüre liegt oft eine sehr lange Zeit. Dem Preisetikett nach muss ich mir das Buch selbst in meiner Stammbuchhandlung Freudensprung gekauft haben und ich vermute, dass es dort so präsentiert war, dass ich neugierig darauf geworden bin.


Im Großen und Ganzen ist es ein historischer Überblick, wie sich die Unterwelt in Österreich entwickelt hat. Es beginnt bei Kain und Abel und endet in der Gegenwart mit Betrachtungen über international organisierte Verbrechensgruppierungen, die in Österreich Fuß fassen. In eher oberflächlicher Weise werden kurz die Machtkämpfe der Organisationsköpfe untereinander geschildert und wie sich die Regeln der Unterwelt im Laufe der Zeit ändern, wie die Vernetzungen mit der Politik und der Polizei ineinander greifen. Die Begegnung des Rotlichtkönigs Richard Steiner mit dem Autor ist quasi der Höhepunkt dieses Buches. 


Das Buch lässt sich schnell und leicht lesen, auch wenn bei Berichten, die sich der Gegenwart nähern, die vielen Namenskürzel etwas verwirren. Doch man darf sich keine großen Aha-Erlebnisse erwarten. Nach der Sauna-Affäre sind die Verwicklungen keine großen Neuigkeiten. Aber ich habe mir auch nicht viel mehr erwartet (denn wenn es brisanter Stoff wäre, hätten die Unterweltköpfe sicher gewusst, wie sie so ein Buch verhindern könnten) und der Autor hat sich bemerkbar nirgends in die Nesseln gesetzt und ist niemandem zu sehr auf den Schlips getreten. Im Gegenteil - den Rotlichtkönig Richard Steiner stellt er fast in heroischem Licht dar. Mir fehlte viel zu sehr eine gewisse kritische Distanz.

Mittlerweile hat der oben erwähnte Richard Steiner von Medien hofiert den Weg vom Saulus zum Paulus vollzogen und es gibt ein Buch über ihn:Richard Steiner - Ein Mann der Ehre: Vom Rotlichtkönig zum Buddhisten. Trotz aller Skepsis gegenüber den medialen Lobpreisungen, würde es mich vielleicht doch interessieren. 
 
Fazit: Nicht langweilig, aber auch nicht viel Neues
Bewertung: 3 von 5 Sternen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen