Donnerstag, 24. September 2015

Rundumadum 14-16: durch die Lobau (24.09.2015)

Da die öffentlichen Verbindungen zu den nächsten Zwischenzielen des offiziellen rundumadum-Wanderwegs um Wien in der Lobau verdammt schlecht sind, habe ich die 14., 15. und 16. Etappe zusammengezogen, um dies in einem Rutsch durchzuwandern.


Anreise

Von der U-Bahn-Station U1 Kagran bin ich mit der Buslinie 93A bis zur Haltestelle Donaustadtbrücke gefahren. 

Hier hätte - laut App quando der Wiener Linien - der fliegende Wechsel zur Buslinie 92B erfolgen sollen. Aber ärgerlicherweise ist - schon wieder - dieser Bus in dem Moment abgefahren, gerade als wir in die Station eingefahren sind. Warum kann der nicht zehn Sekunden warten? Sehr schlechte Abstimmung der Fahrpläne! Da ich nicht eine halbe Stunde dort im Wind warten wollte, entschloss ich mich kurzerhand, die Wanderung von hier zu beginnen. Ursprünglich war die Haltestelle Raffineriestraße/Biberhaufenweg geplant.

Wanderung

Zunächst ging es einmal unter der Autobahn durch und auf einem kleinen Fußweg neben der Raffineriestraße entlang. Nach einiger Zeit endete der Weg und ich musste auf den Weg neben der Neuen Donau weiter gehen. Für die Strecke bis zum eigentlichen Startpunkt brauchte ich 40 min. - also genau so lange, wie es mit dem Bus gedauert hätte - nur war es schöner als zu warten.

Von der Straße weg ging es hinab zum Eingang des Nationalparks Lobau. Das Nationalparkhaus, ein Museum, war leider geschlossen. Nach einem Stück durch den Auwald erreichte ich den ersten Höhepunkt: die Dechantlacke. Das ist ein sehr schöner Teich, eine Schwanfamilie schaute bei mir vorbei und präsentierte sich willig als Fotomotiv.

Dechantlacke im Nationalpark Lobau

Der nächste Punkt war der Josefsteg. Auf einem schönen Holzsteg geht es durchs sumpfige Schilfmeer.
Josefsteg in der Lobau

Ab hier verlief die Strecke ziemlich unspektakulär: immer durch den Auwald, gelegentlich ein paar Wasserstellen. Auf dieser Strecke ging ich auch am Gedenkstein zum Hauptlager Napoleons vorbei.
Hier war das Hauptlager Napoleons






Schließlich sah man durch den Wald die großen Ölbehälter der Raffinerie.

Da die Energie und Motivation ausreichend waren, entschloss ich mich kurzfristig zu einer Routenänderung und machte einen Umweg zu den Punkten "Lobaumuseum" und "Rehgehege". Hätte ich mir eigentlich sparen können. Auf dem Weg dahin war es, glaube ich, wo ein Marterl für einen "ermordeten" Mann stand. Muss ich dann daheim recherchieren, was hier damals passiert ist.

Von einem Museum war jedoch keine Spur - das gab es vielleicht irgendwann einmal, ich befand mich vor ein paar verlassen aussehenden Gebäuden. Man konnte dort nur einige Infotafeln über die k.u.k.-Zeit und das Jagen und Wildern damals begutachten. 

Das Rehgehege fand ich zwar, doch die Rehe waren am ganz anderen Ende des Geheges in der Ferne zu sehen. Ich hatte nicht mehr die Lust das ganze Gehege entlang zu latschen. Es reichte mir, dass ich ihre weißen Hinterteile wedeln hab sehen. Nun ging wieder retour zur Raffinerie, daneben arbeitete die MA48 mit großen Maschinen lautstark und störte etwas die idyllische Ruhe.

Und wieder ging es in den Auwald und ich durchschritt zahlreiche Wege, die sich alle oft lange dahin zogen und ziemlich abwechslungsarm waren. 
langgezogene Wege durch die Lobau

Beim Restaurant Uferhaus machte ich einen Abstecher zum Nationalpark Camp. Aha - verlassenes Ferienlager? Das war jetzt auch nicht ein Highlight.

Danach wieder zurück ein kleines Stück und ich bog - entgegen meiner geplanten Route - aufgrund eines Wegweisers auf den "Napoleon-Rundwanderweg" ein. Zunächst war einmal ein weiterer Gedenkstein ("Übergang der Franzosen") zu sehen und dann wurde der Weg ziemlich schmal und es wurde fast ein wenig unheimlich. Zum einen knarrten die Bäume bedrohlich im Wind über mir und ich musste über einige umgestürzte Äste rüberkraxeln oder unten durchkriechen, zum anderen waren da plötzlich merkwürdige Amulett-artige seltsame Gebilde in den Büschen aufgehängt und alles rund um eine Feuerstelle an einem hohlen Baum - jetzt wart ich nur mehr auf eine Möchtegern-Schamanin, die aus den Büschen springt.
Seltsame Amulette auf Bäumen

Es ist schon ein ordentlich langes Stück, bis man wieder aus dem Dickicht heraus kommt. Auf einer sehr langweiligen Straße geht es dann zu den beiden letzten Napoleon Gedenksteinen: dem Pulverlager und dem Franzosen-Friedhof. Hier fand also die berühmte Schlacht von Aspern statt.
Friedhof der Franzosen
Erklärung zur Schlacht
an diesem Ort

Der letzte Teil der Strecke zog sich ziemlich dahin, weil die Umgebung immer gleich aussah und die Wege sehr lang gezogen sind. Diese Strecke macht sicher mit dem Rad mehr Spaß. Endlich hatte ich die Esslinger Furt erreicht, wo ich den Nationalpark verließ. 

an der Esslinger Furt


Ein paar Häuserblocks weiter lag die Busstation Ultzmanngasse, wo ich zum Glück nicht lange auf den Bus warten musste, denn nach über 21 km schmerzten die Füße schon etwas.


Heimfahrt

Mit der Buslinie 98A ging es von der Ultzmanngasse zur Station Aspernstraße, wo die U-Bahnlinie U2 auch Halt macht.
Erst kurz vor der Haustüre bemerkte ich, dass ich meine Geldbörse daheim vergessen hatte. All meine Überlegungen (Gasthausbesuch, Taxi nehmen,...) hätten interessant werden können ;-))

Fazit:

Es geht die ganze Strecke ziemlich eintönig durch den Au-Wald und mit der Zeit werden die langgezogenen Wege mühsam. War eher mittelmäßig interessant.

Bilder von dieser Wanderung gibt es bei Flickr
Den genauen Track der Wanderung gibt es bei GPSies


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