Donnerstag, 3. September 2015

Rundumadum 10 (03.09.2015) Vom Wienerberg zum Laaer Wald

Trotz der bedrohlichen dunklen Wolkenwand am Himmel verließ ich mich auf den Wetterbericht (wieder wärmer, bewölkt, kaum Regen) und begab mich auf meine Variation der 10. Etappe des Rundumadum-Wanderwegs um Wien.


Anreise

Mit der U-Bahn U1 ging es bis Reumannplatz und von dort mit der Straßenbahnlinie 67 bis zur Station Frödenplatz. (Geschickter wäre es gewesen, zwei Stationen vorher auszusteigen - schließlich bin ich diese Strecke ja schon abgeschritten - schlecht geplant ). Am Morgen ging das schnell und ich brauchte keine 45 min.


Wanderung

Beim Aussteigen aus der Straßenbahn: Regen - und dann die Erkenntnis, dass man einen unnötigen Weg auf einer vielbefahrenen öden Straße wieder hoch latscht, heben nicht gerade die Stimmung. (Wenn man auch noch dazu nicht gut geschlafen hat, kommen dann so komische Gedanken, wie "warum mach ich das überhaupt?").
Es geht also wieder die Neilreichgasse entlang bergauf, an der Salvator Kirche am Wienerfeld vorbei (ich bleib bei meinem Eindruck: komische Kirche) und schließlich biege ich ab und lande nach einem Stück beim Erholungsgebiet Heuberggstätten, wo ich zunächst nur eine große Hundeauslaufzone wahrnehme (Hunde brauchen offenbar auch Erholungsgebiete - für Menschen ist die Erholung eher mau) - das Gelände also eher uninteressant, aber dafür ist die Aussicht schön in die Ferne, aufgrund der Regenwolken aber keine klare Sicht, doch wenigstens hat der Regen aufgehört.
Heuberggstätten
 Ich drehte eine Runde in dem Gebiet, aber die Begeisterung hält sich weiter in Grenzen.

Über den Franz von Sales Steg marschierte ich über die Südosttangenge A23 - ein netter Blick so von oben auf diese berühmt berüchtigte Autobahn.
Autobahn A23

Von hier sieht man auch schon das nächste Ziel: Die katholische Kirche "Zum hl. Franz von Sales".
Franz von Sales-Steg
im Hintergrund:
Kirche zum hl. Franz von Sales.
 Leider war die Kirche geschlossen. Gleich daneben liegt die evangelische Thomaskirche.

Der weitere Weg geht unspektakulär entlang einer Wohnhausanlage bis zur Favoritenstraße. Dort wollte ich gemäß meiner Planung auf einem bestimmten Weg in den Park, bin aber - da war keine Absperrung und Verbotstafel gabs auch nicht - mitten in die U-Bahn-Baustelle spaziert. Interessant, wie weit man mit dem "Ich-weiß-was-ich-tue"-Blick in so eine Baustelle vordringen kann. (Ok, mein blaues Trekking-Outfit schaute irgendwie wie ein blaues Arbeitergwandl aus. Vielleicht hat auch mein böser Blick - verärgert über den weiteren Umweg - die Arbeiter abgeschreckt.)

Nach der bisher wenig erbaulichen Strecke hob sich meine Stimmung, als ich den Laaer-Berger-Volkspark betrat. Es ist ein wunderschöner Park mit zwei Teichen und die durch die Wolkendecke dringenden Sonnenstrahlen ergaben ein schönes Bild.
Laaerberger-Volkspark
Doch bei meinem Besuch war dieser Park voll in der Hand von unsympathischen Hundebesitzern. (Wenn Hunde frei herumlaufen, ist mir das egal, wenn sie mich aber anspringen, dann stört mich das schon. Wenn die mit Hundeverbotstafeln versehenen und abgezäunten Kinderwasserspielplatzbereiche als Hundebadewanne genutzt werden, finde ich das nicht ok. Und wenn ein anderer Hund voll auf eine harmlose Joggerin mit Kopftuch los sprintet und das Frauerl im tiefsten Favoritner Slang schreit "Hassan! Stooooop! Asoooo....jo auf de Türkensau kannst.... de stört mi a..." und die anderen Herrln und Frauerln rundherum lachen zustimmend, dann hört sich der Spaß auf.) Ich hab den schönen Park mit sehr schlechten Eindrücken rasch verlassen.

Butterteich im Laaer Wald
Nach einem Stück entlang einer stark befahrenen Straße und dann durch ein Waldstück, erreichte ich das Erholungsgebiet Laaer Wald.
Der Naturlehrpfad, den ich entlang schritt hatte schon bessere Zeiten gesehen. Bei den Tafeln gab es oft die bezeichneten Pflanzen nicht mehr, oder sie waren bis zur Unkenntlichkeit verkümmert. Aber ansonsten war es dort nett zu spazieren. Die Teiche, die ich passierte gehörten zu einem Vogelschutz-Bereich und nur zum Butterteich konnte man in die Nähe. Eine Plattform lädt zum Beobachten des Teiches ein.

Riesenrad
im Böhmischen Prater
Aufgrund der Wegweiser legte ich spontan eine Änderung der geplanten Route ein und steuerte auf den Böhmischen Prater zu. Dort war ich als kleines Kind öfter (Meine Oma hatte Angst vor dem großen Wiener Prater und wenn wir Kinder beim Besuch um einen Besuch im Prater bettelten, dann fuhr sie mit uns in den Böhmischen Prater: "ist auch der Prater, aber nicht so gefährlich und besser für kleine Kinder" - und uns Kinder hats auch gefallen.)
Wie erwartet war wochentags kurz vor Mittag nichts los, fast alle Schausteller-Betriebe geschlossen und man merkte, dass die Blütezeit dieses kleinen Vergnügungsparks vorbei ist. Einige Gaststätten waren jedoch geöffnet und sogar das Riesenrad war in Betrieb.

Ich wanderte von dort wieder zurück zur geplanten Strecke in den Laaer Wald und verließ an der Alten Laaer Straße wieder das Erholungsgebiet. Von dort hatte man wieder einen Blick in die Ferne.
Blick in gegen Nordosten Wiens
vom Laaer Wald aus

Ein paar Straßen weiter war an der Haltestelle Langsulzgasse Endpunkt meiner Etappe.


Heimreise

Mit der Autobuslinie 15A war ich rasch bei der Haltestelle Enkplatz, wo ich in die U-Bahn-Linie U3 umstieg und am Stephansplatz wieder die U-Bahn-Linie U1 für die Heimfahrt erreichte. Dafür brauchte ich ca. 40 min.


Fazit

Außer ein paar kleinen Highlights hat mir diese Strecke nicht so gut gefallen.

Bilder von dieser Etappe gibt es bei Flickr.
Den Verlauf der Wanderung gibt es bei GPSies.

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