Samstag, 29. August 2015

Rundumadum 7 (27.08.2015): Lainzer Tor - Liesing

Das Projekt "Rundumadum"-Wanderung war einige Zeit lang berufs-, wetter- und launebedingt eingeschlafen. Ein freier Tag und passende Witterung erweckten wieder meine Wanderlaune, um die - bereits im Frühjahr - geplante 7. Etappe des Rundumadum-Weges zu beschreiten. Mir kommt vor, dass es beim offiziellen rundumadum-Wanderweg um Wien Änderungen gegeben hat, aber ich wandle in der Planung ohnehin meine Route häufig ab, weil ich vielleicht noch den einen oder anderen Punkt "mitnehmen" möchte oder mir die Öffentlichen Verkehrsmittel an den Ein- oder Ausgangspunkten nicht passen.

Anreise

Am Vormittag ging es mit der U-Bahn U1 zum Schwedenplatz, von dort mit der U-Bahn U4 bis nach Hietzing. Ein wenig im Kreis laufen, weil ich nicht gleich die Busstation der Linie 56A gefunden habe, hat meine müden Muskeln aufgewärmt, aber dafür war der Bus schon da und er hatte keine lange Stehzeit mehr. An der Hermesstraße erfolgte mein Wechsel in den Bus der Linie 55A, der schon in der Haltestelle stand. Die Endstation Lainzer Tor war schließlich der Beginn der 7. Etappe. Für die Anreise brauche ich eine gute Stunde.

Wanderung

Damwild im Gehege beim Lainzer Tor im Lainzer Tiergarten
Durch das Lainzer Tor betrat ich den Lainzer Tiergarten und zu rechter Hand waren Damwild und Muffons gerade ganz nah am Zaun und beim Knabbern an frischen Ästen zu beobachten - immer wieder nett anzuschauen.




Hohenauer Teich im Lainzer Tiergarten

Gegenüber ist auch der Hohenauer Teich sehenswert.




hübscher Käfer am Weg
Wiese im Lainzer Tiergarten
schmucke Grasrispen am Wegesrand
In einem großen Bogen ging es dann südwestlich an zahlreichen Wiesen vorbei. Dieser Teil der Etappe hat mir am besten gefallen. Es ist herrlich ruhig, nicht anstrengend zu gehen und ständig abwechselnd Wald- und Wiesenstrecken, wo man Fauna und Flora ungestört beobachten kann.

bequeme Wege


Beim Gütenbach Tor habe das Areal des Lainzer Tiergarten verlassen und es ging wieder an zahlreichen Wiesen vorbei. Auch diese Strecke war hübsch, aber von Sportlern stärker frequentiert. Schließlich landete ich beim Pappelteich, wo die Seerosen mit den Fröschen um Aufmerksamkeit buhlten.

Finde den Frosch!

Nach einer kurzen Strecke verließ ich den Wald und betrat wieder bebautes Stadtgebiet. Ein bisschen unheimlich war es in der ersten Straße, denn hinter fast jeder Ecke, Hecke, Gartentüre oder Haustor knurrte oder bellten zahlreiche Hunde - und die klangen sehr groß und sehr böse. 
Nächstes Ziel war die Pfarrkirche Kalksburg.
Kirche der Pfarre St. Petrus in Kalksburg
Kaum hatte ich die Kirche betreten und suchte im Vorraum im Rucksack nach Münzen für das obligatorische Kerzerl (das ist ein kleines Ritual bei Kirchenbesuchen von mir geworden - wenn es die Möglichkeit gibt, zünde ich immer eine Kerze für meine Familie an), stand eine Dame hinter mir, beäugte mich misstrauisch und nach einem Gruß, bot sie mir an, das Gitter zu öffnen, um die Kirche anzuschauen, was ich höflich dankend ablehnte (es war auch so genug zu sehen). Innerlich musste ich schmunzeln, denn es war ihrem Gesicht anzusehen, was in ihrem Kopf vorging (Oh Gott, ein fremder Mann - mit Rucksack - am ruhigen Vormittag in der Kirche - das ist sicher ein Dieb.) - ich fand es aber schön, dass sich hier jemand sorgt und eine passende Ansprache findet, um nach dem Rechten zu sehen.

Mittlerweile war es ziemlich heiß geworden - der Beginn der nächsten Hitzewelle  - und das Marschieren im bebauten Stadtgebiet ist dann auch nicht so angenehm.
Die nächsten anvisierten Punkte waren nicht zugänglich bzw. habe ich nicht gefunden, als da wären eine Grotte (offenbar in bebautem Privatgrund) und ein Gedenkkreuz (vermutlich im kleinen Klosterareal, das nicht so aussah, als könnte man da einfach reinlatschen) auf der Breitenfurter Straße, sowie den ehem. Makschen Landschaftsgarten (das müsste auf dem Areal des Kollegiums Kalksburg liegen - aber ich war auf der anderen Seite der Mauer, wo es keinen Zugang gab). Der nächste Punkt war eine kleine Nepomuk-Kapelle
Den Waldweg hinter der Ketzergasse habe ich nicht entdeckt und so bin auf der Straße - vorbei am Hoffmansthal Schlössel (unspektakulär) zur Bergkirche Rodaun gegangen.


Hoffmansthal Schlössel
Bergkirche Rodaun


Hier ist ein schöner Kirchenplatz - die Kirche selber war aber leider versperrt. Obwohl auf einem kleinen Berglein, konnte man aufgrund der Bäume und Baukräne kaum in die Weite blicken.

Es ging weiter an der Endstation "Rodaun" der Straßenbahnlinie 60 vorbei Richtung Liesing. Hier hätte ich ruhig Schluss mit der Etappe machen können, denn der Rest der selbstgewählten Erweiterung bis nach Liesing war ziemlich ermüdend, weil es ein nicht sehr spannender Weg an vielen Einzelvillen vorbei war und das bei sehr heißem Wetter.

Aquädukt
Die letzten "Highlights" waren ein interessantes Fassaden-Denkmal und ein Aquädukt der Hochquellwasserleitung.
Fassade zur Erinnerung an einen Alchimisten


Der letzte Punkt war noch die Pfarrkirche Liesing, die aufgrund von benachbarten Bauarbeiten nur schlecht zugänglich war und die mir auch nicht so gut gefallen hat (50er-Jahre-Nichtcharme) - vermutlich weil ich einfach auch schon erschöpft war. 

Endpunkt war schließlich der Bahnhof Liesing.

Heimreise

Vom Bahnhof Liesing ging es mit der Schnellbahn zum Hauptbahnhof und von dort bequem mit der U-Bahn U1 nach Hause.

Fazit

Das erste Drittel war wunderschön, das zweite Drittel war ok., das letzte Drittel hätte ich mir sparen können - zumal es mir bei dieser Hitze auch schon fast zuviel war.

Bilder von dieser Tour gibt es bei Flickr.
Verlauf meiner Strecke findet man bei GPSies. 

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