Montag, 31. August 2015

Rundumadum 8 (31.08.2015) Liesingbach

Es war für diesen Tag auch wieder sehr heißes Wetter angesagt und da die 8. Etappe meines Rundumadum-Wanderweg-Projektes nicht so lang zu sein schien, bin ich gleich am Morgen aus dem Haus.

Anreise

Mit der U-Bahn U1 ging es mit Umsteigen am Schwedenplatz weiter mit der U-Bahn U4 bis nach Hietzing. Von dort fährt die Straßenbahnlinie 60 Richtung Rodaun. Die Straßenbahnstrecke ist ganz hübsch, weil viele schöne Villen zu sehen sind. An der Haltestelle Breitenfurterstraße/Liesingbrücke ist der Startpunkt dieser Etappe. Meine Anreise dauerte eine knappe Stunde.

Wanderung

Von der Straßenbahnhaltestelle ging es gleich die Treppen hinab zum Liesingbach. Hier kann man ganz bequem und ohne Anstrengung am Bachufer entlang spazieren. Ich sah jede Menge Hollunderbüsche, die auch von Passanten gerade gepflückt wurden, und andere Büsche mit reifen Früchten. 
Hollunderbusch
am Liesingbachufer
Ich passierte auch das Aquädukt der Wiener Hochquellwasserleitung, das ich bei der 7. Etappe von oben schon gesehen hatte. (Es wäre damals besser gewesen, wenn ich dem Aquädukt damals nach unten gefolgt wäre).
Aquädukt
Beim Herbert-Mayr-Park hatte man einen schönen Blick auf den Liesingbach, wo gerade ein Reiher (?) im Wasser stand.
Reiher im Liesingbach
Am Ufer waren auch zahlreiche Enten zu sehen und, was mich eher erschütterte, wuselten auch einige Ratten im Wasser bei Tageslicht ungeniert herum. Die zahlreich am Wegesrand gelegten Rattenköder haben offenbar nicht den großen Effekt.
Mit zunehmenden Temperaturen wurde der Geruch an manchen Stellen unangenehm, aber das kam nicht vom Wasser, sondern vom Hundekot in der Uferböschung und auf den Wiesen.

Beim Riverside Einkaufszentrum verschwindet der Liesingbach in den Untergrund, er wurde u.a. offenbar mit einem (charakterlosen) Park überbaut. Das Einkaufszentrum hat mich nicht angezogen, daneben war das Gebäude der Brauerei Liesing interessanter. 

Brauerei Liesing
Nun erreichte ich den bereits bekannten Liesinger Platz (irgendwie ein chaotischer unsympathischer Platz). Da ich letztens diesem nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte, drehte ich hier eine Runde an der Liesinger Bücherei vorbei und entdeckte eine sehr nette Buchhandlung: Lesezeit

Schon an der gesamten Gestaltung war zu erkennen, dass sich hier jemand sehr viel Mühe mit der Liebe zum Detail macht. Originell fand ich die "Überraschungspakete" - da ist in Packpapier ein Buch versteckt und draußen steht nur ungefähr drauf, worum es in dem Buch geht - eine wirklich geniale Idee! Leider ist mein Lesetapel zu hoch, um mich mit Lesestoff zu versorgen, aber schließlich habe ich Natur-Lern-Quizkarten entdeckt, die mich dann doch zum Kaufen animierten.

Nach Durchschreiten des Bahnhofes kam wieder der Liesingbach zum Vorschein und es ging weiter eben am Ufer entlang. 
Liesingbach
Der Liesingbach verschwindet kurz vor Atzgersdorf wieder nach einem kleinem Wasserfall in einen Tunnel. 
Liesingbach kurz vor Atzgersdorf

Am Atzgersdorfer Platz erspähte ich einen Kirchturm und machte einen ungeplanten Abstecher zur Atzgersdorfer Pfarrkirche, die man betreten konnte und natürlich habe ich hier das obligate Kerzerl wieder angezündet.  
Pfarrkirche Atzgersdorf
Der Kirchenplatz davor ist auch sehr sympathisch gestaltet (ahhh...und hier schon wieder eine einladende Buchhandlung...nein...stark bleiben und weiter gehen)

Nach einem kurzen Marsch auf belebteren Straßen ging es wieder zum Ufer des Liesingbaches. Hier waren nun immer wieder Kunstwerke zu sehen, die ein Projekt der Agendagruppe Kunst sind. Ich fand es gut, dass (die meisten) Objekte beschriftet waren bzw. auf der Bei-Tafel erwähnt wurden. Es gibt auch jede Menge Spielplätze auf der Strecke, einen sogar mit öffentlich zugänglichen Kraft-Fitness-Geräten.
Madame Rouge mit Doggie
Angelika Rattay

Nach einiger Zeit waren die Kolosse des Wohnparks Alt-Erlaa zwischen den Bäumen schon zu sehen.
Über einen Park erreichte ich die Anlage, die ich zum ersten Mal aus nächster Nähe sah. Das ist eine ganz eigenartige Stimmung hier. Zum einen ein schöner, sauberer großer Park und von links und rechts schauen Riesen von Wohnbatterien auf einen herab. Binnen weniger Augenblicke verliert man geradezu die Orientierung, weil alles gleich aussieht. Aber es ist eine gepflegte, saubere Gegend und die Menschen waren sehr nett und hilfsbereit - dennoch hat das ganze Areal etwas Dystopisches an sich.
Wohnpark Alt-Erlaa
Die Kirche Alt-Erlaa konnte ich leider nur von außen besichtigen - auch ein futuristisches Gebäude. 
Wohnparkkirche Alt-Erlaa
Ich spazierte durch und um das Areal herum, wobei ich am Ende wieder zum Liesingbach kam und erneut auf ein paar Kunstskulpturen stieß.

Schließlich erreichte ich den Zielpunkt meiner Etappe: die U-Bahnstation U6 Alt-Erlaa.

Rückreise

Die Heimreise ging schnell und einfach: U-Bahn U6 von Alt-Erlaa bis zur U-Bahn-Station Längenfeldgasse, weiter mit der U-Bahn U4 bis zum Schwedenplatz und ab hier ging es mit der U-Bahn U1 nach Hause. Das ging in etwas mehr als einer halben Stunde flott dahin.

In der U-Bahn wurde ich von einem Fahrgast auf meinen Sunny-Bag-Rucksack angesprochen und um meine Erfahrung gefragt. Mein Fazit bisher: der Rucksack selbst ist sehr angenehm zu tragen und fasst sehr viel und auch mit der Solar-Aufladung bin ich zufrieden. Im Laufe einer Wanderung hat sich ein leerer Akku durch das Solar-Panel eigentlich immer aufgeladen. Ich finde auch die Akkus (PowerSticks) handlich. 

Fazit

Ganz nett und gar nicht anstrengend und am Ende beeindruckend. Diese Etappe kann ich besonders für Hundebesitzer empfehlen - jede Menge Hundezonen - und auch mit Kindern wird es sicher nicht langweilig, da ein Spielplatz nach dem anderen folgt.

Die Bilder meiner Wanderung findest Du bei Flickr.
Den Track meiner Wanderung findest Du bei GPSies.



Samstag, 29. August 2015

Rundumadum 7 (27.08.2015): Lainzer Tor - Liesing

Das Projekt "Rundumadum"-Wanderung war einige Zeit lang berufs-, wetter- und launebedingt eingeschlafen. Ein freier Tag und passende Witterung erweckten wieder meine Wanderlaune, um die - bereits im Frühjahr - geplante 7. Etappe des Rundumadum-Weges zu beschreiten. Mir kommt vor, dass es beim offiziellen rundumadum-Wanderweg um Wien Änderungen gegeben hat, aber ich wandle in der Planung ohnehin meine Route häufig ab, weil ich vielleicht noch den einen oder anderen Punkt "mitnehmen" möchte oder mir die Öffentlichen Verkehrsmittel an den Ein- oder Ausgangspunkten nicht passen.

Anreise

Am Vormittag ging es mit der U-Bahn U1 zum Schwedenplatz, von dort mit der U-Bahn U4 bis nach Hietzing. Ein wenig im Kreis laufen, weil ich nicht gleich die Busstation der Linie 56A gefunden habe, hat meine müden Muskeln aufgewärmt, aber dafür war der Bus schon da und er hatte keine lange Stehzeit mehr. An der Hermesstraße erfolgte mein Wechsel in den Bus der Linie 55A, der schon in der Haltestelle stand. Die Endstation Lainzer Tor war schließlich der Beginn der 7. Etappe. Für die Anreise brauche ich eine gute Stunde.

Wanderung

Damwild im Gehege beim Lainzer Tor im Lainzer Tiergarten
Durch das Lainzer Tor betrat ich den Lainzer Tiergarten und zu rechter Hand waren Damwild und Muffons gerade ganz nah am Zaun und beim Knabbern an frischen Ästen zu beobachten - immer wieder nett anzuschauen.




Hohenauer Teich im Lainzer Tiergarten

Gegenüber ist auch der Hohenauer Teich sehenswert.




hübscher Käfer am Weg
Wiese im Lainzer Tiergarten
schmucke Grasrispen am Wegesrand
In einem großen Bogen ging es dann südwestlich an zahlreichen Wiesen vorbei. Dieser Teil der Etappe hat mir am besten gefallen. Es ist herrlich ruhig, nicht anstrengend zu gehen und ständig abwechselnd Wald- und Wiesenstrecken, wo man Fauna und Flora ungestört beobachten kann.

bequeme Wege


Beim Gütenbach Tor habe das Areal des Lainzer Tiergarten verlassen und es ging wieder an zahlreichen Wiesen vorbei. Auch diese Strecke war hübsch, aber von Sportlern stärker frequentiert. Schließlich landete ich beim Pappelteich, wo die Seerosen mit den Fröschen um Aufmerksamkeit buhlten.

Finde den Frosch!

Nach einer kurzen Strecke verließ ich den Wald und betrat wieder bebautes Stadtgebiet. Ein bisschen unheimlich war es in der ersten Straße, denn hinter fast jeder Ecke, Hecke, Gartentüre oder Haustor knurrte oder bellten zahlreiche Hunde - und die klangen sehr groß und sehr böse. 
Nächstes Ziel war die Pfarrkirche Kalksburg.
Kirche der Pfarre St. Petrus in Kalksburg
Kaum hatte ich die Kirche betreten und suchte im Vorraum im Rucksack nach Münzen für das obligatorische Kerzerl (das ist ein kleines Ritual bei Kirchenbesuchen von mir geworden - wenn es die Möglichkeit gibt, zünde ich immer eine Kerze für meine Familie an), stand eine Dame hinter mir, beäugte mich misstrauisch und nach einem Gruß, bot sie mir an, das Gitter zu öffnen, um die Kirche anzuschauen, was ich höflich dankend ablehnte (es war auch so genug zu sehen). Innerlich musste ich schmunzeln, denn es war ihrem Gesicht anzusehen, was in ihrem Kopf vorging (Oh Gott, ein fremder Mann - mit Rucksack - am ruhigen Vormittag in der Kirche - das ist sicher ein Dieb.) - ich fand es aber schön, dass sich hier jemand sorgt und eine passende Ansprache findet, um nach dem Rechten zu sehen.

Mittlerweile war es ziemlich heiß geworden - der Beginn der nächsten Hitzewelle  - und das Marschieren im bebauten Stadtgebiet ist dann auch nicht so angenehm.
Die nächsten anvisierten Punkte waren nicht zugänglich bzw. habe ich nicht gefunden, als da wären eine Grotte (offenbar in bebautem Privatgrund) und ein Gedenkkreuz (vermutlich im kleinen Klosterareal, das nicht so aussah, als könnte man da einfach reinlatschen) auf der Breitenfurter Straße, sowie den ehem. Makschen Landschaftsgarten (das müsste auf dem Areal des Kollegiums Kalksburg liegen - aber ich war auf der anderen Seite der Mauer, wo es keinen Zugang gab). Der nächste Punkt war eine kleine Nepomuk-Kapelle
Den Waldweg hinter der Ketzergasse habe ich nicht entdeckt und so bin auf der Straße - vorbei am Hoffmansthal Schlössel (unspektakulär) zur Bergkirche Rodaun gegangen.


Hoffmansthal Schlössel
Bergkirche Rodaun


Hier ist ein schöner Kirchenplatz - die Kirche selber war aber leider versperrt. Obwohl auf einem kleinen Berglein, konnte man aufgrund der Bäume und Baukräne kaum in die Weite blicken.

Es ging weiter an der Endstation "Rodaun" der Straßenbahnlinie 60 vorbei Richtung Liesing. Hier hätte ich ruhig Schluss mit der Etappe machen können, denn der Rest der selbstgewählten Erweiterung bis nach Liesing war ziemlich ermüdend, weil es ein nicht sehr spannender Weg an vielen Einzelvillen vorbei war und das bei sehr heißem Wetter.

Aquädukt
Die letzten "Highlights" waren ein interessantes Fassaden-Denkmal und ein Aquädukt der Hochquellwasserleitung.
Fassade zur Erinnerung an einen Alchimisten


Der letzte Punkt war noch die Pfarrkirche Liesing, die aufgrund von benachbarten Bauarbeiten nur schlecht zugänglich war und die mir auch nicht so gut gefallen hat (50er-Jahre-Nichtcharme) - vermutlich weil ich einfach auch schon erschöpft war. 

Endpunkt war schließlich der Bahnhof Liesing.

Heimreise

Vom Bahnhof Liesing ging es mit der Schnellbahn zum Hauptbahnhof und von dort bequem mit der U-Bahn U1 nach Hause.

Fazit

Das erste Drittel war wunderschön, das zweite Drittel war ok., das letzte Drittel hätte ich mir sparen können - zumal es mir bei dieser Hitze auch schon fast zuviel war.

Bilder von dieser Tour gibt es bei Flickr.
Verlauf meiner Strecke findet man bei GPSies.