Donnerstag, 24. September 2015

Rundumadum 14-16: durch die Lobau (24.09.2015)

Da die öffentlichen Verbindungen zu den nächsten Zwischenzielen des offiziellen rundumadum-Wanderwegs um Wien in der Lobau verdammt schlecht sind, habe ich die 14., 15. und 16. Etappe zusammengezogen, um dies in einem Rutsch durchzuwandern.


Anreise

Von der U-Bahn-Station U1 Kagran bin ich mit der Buslinie 93A bis zur Haltestelle Donaustadtbrücke gefahren. 

Hier hätte - laut App quando der Wiener Linien - der fliegende Wechsel zur Buslinie 92B erfolgen sollen. Aber ärgerlicherweise ist - schon wieder - dieser Bus in dem Moment abgefahren, gerade als wir in die Station eingefahren sind. Warum kann der nicht zehn Sekunden warten? Sehr schlechte Abstimmung der Fahrpläne! Da ich nicht eine halbe Stunde dort im Wind warten wollte, entschloss ich mich kurzerhand, die Wanderung von hier zu beginnen. Ursprünglich war die Haltestelle Raffineriestraße/Biberhaufenweg geplant.

Wanderung

Zunächst ging es einmal unter der Autobahn durch und auf einem kleinen Fußweg neben der Raffineriestraße entlang. Nach einiger Zeit endete der Weg und ich musste auf den Weg neben der Neuen Donau weiter gehen. Für die Strecke bis zum eigentlichen Startpunkt brauchte ich 40 min. - also genau so lange, wie es mit dem Bus gedauert hätte - nur war es schöner als zu warten.

Von der Straße weg ging es hinab zum Eingang des Nationalparks Lobau. Das Nationalparkhaus, ein Museum, war leider geschlossen. Nach einem Stück durch den Auwald erreichte ich den ersten Höhepunkt: die Dechantlacke. Das ist ein sehr schöner Teich, eine Schwanfamilie schaute bei mir vorbei und präsentierte sich willig als Fotomotiv.

Dechantlacke im Nationalpark Lobau

Der nächste Punkt war der Josefsteg. Auf einem schönen Holzsteg geht es durchs sumpfige Schilfmeer.
Josefsteg in der Lobau

Ab hier verlief die Strecke ziemlich unspektakulär: immer durch den Auwald, gelegentlich ein paar Wasserstellen. Auf dieser Strecke ging ich auch am Gedenkstein zum Hauptlager Napoleons vorbei.
Hier war das Hauptlager Napoleons






Schließlich sah man durch den Wald die großen Ölbehälter der Raffinerie.

Da die Energie und Motivation ausreichend waren, entschloss ich mich kurzfristig zu einer Routenänderung und machte einen Umweg zu den Punkten "Lobaumuseum" und "Rehgehege". Hätte ich mir eigentlich sparen können. Auf dem Weg dahin war es, glaube ich, wo ein Marterl für einen "ermordeten" Mann stand. Muss ich dann daheim recherchieren, was hier damals passiert ist.

Von einem Museum war jedoch keine Spur - das gab es vielleicht irgendwann einmal, ich befand mich vor ein paar verlassen aussehenden Gebäuden. Man konnte dort nur einige Infotafeln über die k.u.k.-Zeit und das Jagen und Wildern damals begutachten. 

Das Rehgehege fand ich zwar, doch die Rehe waren am ganz anderen Ende des Geheges in der Ferne zu sehen. Ich hatte nicht mehr die Lust das ganze Gehege entlang zu latschen. Es reichte mir, dass ich ihre weißen Hinterteile wedeln hab sehen. Nun ging wieder retour zur Raffinerie, daneben arbeitete die MA48 mit großen Maschinen lautstark und störte etwas die idyllische Ruhe.

Und wieder ging es in den Auwald und ich durchschritt zahlreiche Wege, die sich alle oft lange dahin zogen und ziemlich abwechslungsarm waren. 
langgezogene Wege durch die Lobau

Beim Restaurant Uferhaus machte ich einen Abstecher zum Nationalpark Camp. Aha - verlassenes Ferienlager? Das war jetzt auch nicht ein Highlight.

Danach wieder zurück ein kleines Stück und ich bog - entgegen meiner geplanten Route - aufgrund eines Wegweisers auf den "Napoleon-Rundwanderweg" ein. Zunächst war einmal ein weiterer Gedenkstein ("Übergang der Franzosen") zu sehen und dann wurde der Weg ziemlich schmal und es wurde fast ein wenig unheimlich. Zum einen knarrten die Bäume bedrohlich im Wind über mir und ich musste über einige umgestürzte Äste rüberkraxeln oder unten durchkriechen, zum anderen waren da plötzlich merkwürdige Amulett-artige seltsame Gebilde in den Büschen aufgehängt und alles rund um eine Feuerstelle an einem hohlen Baum - jetzt wart ich nur mehr auf eine Möchtegern-Schamanin, die aus den Büschen springt.
Seltsame Amulette auf Bäumen

Es ist schon ein ordentlich langes Stück, bis man wieder aus dem Dickicht heraus kommt. Auf einer sehr langweiligen Straße geht es dann zu den beiden letzten Napoleon Gedenksteinen: dem Pulverlager und dem Franzosen-Friedhof. Hier fand also die berühmte Schlacht von Aspern statt.
Friedhof der Franzosen
Erklärung zur Schlacht
an diesem Ort

Der letzte Teil der Strecke zog sich ziemlich dahin, weil die Umgebung immer gleich aussah und die Wege sehr lang gezogen sind. Diese Strecke macht sicher mit dem Rad mehr Spaß. Endlich hatte ich die Esslinger Furt erreicht, wo ich den Nationalpark verließ. 

an der Esslinger Furt


Ein paar Häuserblocks weiter lag die Busstation Ultzmanngasse, wo ich zum Glück nicht lange auf den Bus warten musste, denn nach über 21 km schmerzten die Füße schon etwas.


Heimfahrt

Mit der Buslinie 98A ging es von der Ultzmanngasse zur Station Aspernstraße, wo die U-Bahnlinie U2 auch Halt macht.
Erst kurz vor der Haustüre bemerkte ich, dass ich meine Geldbörse daheim vergessen hatte. All meine Überlegungen (Gasthausbesuch, Taxi nehmen,...) hätten interessant werden können ;-))

Fazit:

Es geht die ganze Strecke ziemlich eintönig durch den Au-Wald und mit der Zeit werden die langgezogenen Wege mühsam. War eher mittelmäßig interessant.

Bilder von dieser Wanderung gibt es bei Flickr
Den genauen Track der Wanderung gibt es bei GPSies


Freitag, 18. September 2015

Rundumadum 12+13 (18.09.2015) Von den Toten zu den Nackerten

An diesem Spätsommertag war meine Variation der Etappe 12 und die Etappe 13 des rundumadum-Wanderwegs um Wien an der Reihe. Diesmal begleitete mich erfreulicherweise wieder mein Freund und da wir uns früh auf den Weg machten und Zeit genug hatten, zogen wir gleich zwei Etappen durch. 

Anreise

Mit der U-Bahn-Linie U1 ging es über die Station Stephansplatz zur U-Bahnline U3. Bei der Endstation Simmering stiegen wir in die Straßenbahnlinie 6 um und erreichten so den Startpunkt: die Station Zentralfriedhof 2. Tor - (das geht schnell und unkompliziert, weil auch die Linie 71 von dort zum Ziel fährt).

Wanderung

Der erste Punkt war nicht weit entfernt: der Urnenhain des Wiener Zentralfriedhofes am Schloss Neugebäude. Ich war noch nie auf einem Urnenfriedhof und war überrascht, dass es hier auch Gräber in allen Variationen gab. Aus irgendeinem Grund dachte ich, dass Urnen nur in Mauern untergebracht sind. Ich fand es dort sehr idyllisch und es ist noch jede Menge Platz frei ;-)

Urnenhein
Zentralfriedhof Wien

Grab für den Hamster "Burli"
am Tierfriedhof

Ein Seitentor zur Wegabkürzung fanden wir nicht und darum ging es retour und außen herum und dabei stießen wir auf den Tierfriedhof. Was man hier sieht ist schon etwas schräg: Hunde, Katzen, ja sogar Hamster haben hier sehr aufwändige Grabanlagen, die offenbar ganz emsig gepflegt werden. (und am Eingang gibt es gleich die Preistabelle für Interessenten - es wird per kg abgerechnet).


Anschließend wanderten wir über Felder und durch "Jungbürger"-Wäldchen nach Kaiserebersdorf und steuerten die Kirche St. Klemens an. Man konnte nur durch eine Glastüre in den Kircheninnenraum schauen. (Nunja - auch wieder so eine hässliche moderne Betonkirche.)

Weiter ging es entlang der Mauern des Kaiserebersdorfer Friedhofs (Genug von Friedhöfen an diesem Tag, darum gibt es nur einen kurzen Blick über die Friedhofsmauer) bis zur Pfarrkirche Kaiser-Ebersdorf
Pfarrkirche Kaiser-Ebersdorf



Gegenüber davon liegt das Schloss Kaiserebersdorf (hmm..."schaut so abgeriegelt wie ein Gefängnis aus") das jetzt die Justizanstalt Simmering ist ("ah...sag ichs doch").



Schloss Kaiserebersdorf

Gefängnismauer mit Stacheldraht
Justizanstalt Simmering

Zufällig entdeckten wir dort das Restaurant Pan, wo wir im netten Gastgarten zu Mittag gegessen haben - das Lokal kann man nur empfehlen: sehr freundlich, Essen schmeckt sehr gut, sehr sauber - hier merkt man, dass man sehr bemüht ist um die Gäste. (Und riesige Portionen, die sogar ich nicht geschafft habe - und wozu hab ich die Jausenbrote mitgeschleppt?)

Mit vollem Bauch ging es zum Hafen Wien - die Strecke dahin ist nicht besonders berauschend, aber dafür wurde es danach sehr interessant. Zunächst war die Schiffsschleuse Freudenau,
Schiff fährt in Schleuse Freudenau
wo wir fasziniert sehr lange zwei Schiffen zuschauten, wie sie in der Schleuse "einparkten", die Tore sich schlossen, das Wasser anstieg und schließlich die Tore auf der anderen Seite sich öffneten. Danach gingen wir über das Kraftwerk Freudenau
Kraftwerk Freudenau
und man hatte einen wunderschönen Ausblick auf die Donau und gelangt so auf die Donauinsel.


Hier mussten wir ein bisschen aufpassen, dass uns die zahlreichen Radfahrer und Skater nicht über den Haufen fuhren, denn dort ist offenbar eine ziemlich beliebte Rennstrecke.
Wir gingen auf dem Treppelweg auf der Seite der Neuen Donau. Hier - entlang des "Toten Grundes" befindet sich auch das FKK-Gebiet der Donauinsel. Nachdem ein sehr warmer Spätsommertag war, genossen einige Nackerpatzerl die Sonne - am gegenüberliebenden Donauufer war textilfrei richtig viel los. Zuerst hatte ich auch Lust, mir die Kleider vom Leib zu reißen und ein bisschen zu schwimmen, aber ein Blick ins Wasser verhinderte schnell diese Aktion: lauter glitschige Wasserpflanzen - das ist nicht meins. (Ich glaub meine Begleitung war ganz froh darüber.) 
Treppelweg der Donauinsel

Auf diesem Abschnitt zog es sich etwas, denn es war ein schnurgerader Weg mit wenig Abwechslung (und meine Begleitung  verlor zusehends an Energie und Motivation). Schließlich erreichten wir die Steinspornbrücke, wo man einen herrlichen Blick die Neue Donau entlang hatte.
Blick auf die Neue Donau
von der Steinspornbrücke aus

Ein kurzes Stück (und etwas finalen Ansporn: "Der Bus kommt in 5min. - Schnell, sonst müssen wir eine halbe Stunde warten!") und wir erreichten den Zielpunkt die Bushaltestelle Raffineriestraße/Biberhaufenweg.

Heimreise

Von der Busstation Raffineriestraße/Biberhaufenweg fährt die Linie 92B bis zur Station Donaustadtbrücke der U-Bahn-Linie U2

Fazit

Mir hat diese Etappe ausgezeichnet gefallen - es gehört zu den schönsten Strecken bisher. (Mein Begleiter meint: "Auweh auweh!...aahhh..pfff....Haxn....weh....zuviel Sonne..." ;-) )

Die Bilder dieser Wanderung gibt es bei Flickr
Den genauen Track der Wanderung findet man bei GPSies

Freitag, 11. September 2015

Rundumadum 11 (10.09.2015) Vom LaaerWald zum Zentralfriedhof

Die 11. Etappe meiner Variation des Rundumadum-Wanderwegs um Wien absolvierte ich in Begleitung. Meine Mutter hatte ebenfalls Lust in unbekanntem Terrain zu spazieren und so genossen wir einen schönen gemeinsamen Marsch.


Anreise

Mit der U-Bahn-Linie U3 fährt man zur Station Enkplatz und von dort geht es mit der Autobuslinie 15A zum Startpunkt Bushaltestelle Langsulzgasse.


Wanderung

Gut, dass ich mich auf das Garmin verlassen kann, denn mein Orientierungssinn hätte mich gleich am Beginn in die falsche Richtung geleitet ;-). Aber nach kurzer Verwirrung, sind wir gleich am Beginn am Rand des Laaer Waldes gestanden und hatten eine schöne weite Aussicht auf das nordöstliche Wien und hinter dem Wald lugten Postturm, Böhmischer Prater und der DC-Tower hervor. 
Blick auf Wien

Von dort war es nicht weit zum Erholungsgebiet Löwygrube. Auf dem großen weitläufigen Wiesen-Areal mit Aussichtspunkt war einiges los: Kindergruppen beim Ballspiel und zahlreiche Spaziergänger mit Hunden. Ich fand es dort sehr schön. 
Aussichtspunkt in der Löwygrube

Wir spazierten eine große Runde in dem Gelände durch das Gras  und steuerten danach einen Weg auf freiem Felde an. Das Wetter war sehr angenehm, wir genossen die spätsommerliche Sonne und konnten entspannt plaudern, denn es war ein ebener, gerader Weg. 

Dieser führte zu einer (nur wenig fußgängertauglichen) Straße, der wir dann bis zu einer Brücke folgten, die uns über die Gleisanlagen des Zentralverschiedebahnhofs Wien-Kledering leitete.
Zentralverschiebebahnhof
Danach passierten wir ein kleines Industriegebiet und im Nu hatten wir das Tor 11 erreicht, wo wir den Wiener Zentralfriedhofes betraten. 
Bei einer kleinen Rast konnten wir sogar einige Rehe herumspringen sehen. Wir querten diagonal den Friedhof, der uns aber von früheren Besuchen schon sehr bekannt war und wir darum diesen nicht  näher erkundeten.
Allee im
Wiener Zentralfriedhof

Aber kurz vor dem Tor 2 entdeckten wir das neue Bestattungsmuseum, das wir uns ansahen. Hier erfährt man über Mode und Gepflogenheiten rund um Begräbnisse in Wien. Ein sehenswertes kleines Museum, nicht ohne (makaberen) Humor, weil es dort auch z.B. "Totenkopfnudeln", Friedhof zum Selberbasteln, Modell-Leichen-Straßenbahn, u. dgl. zu kaufen gibt.
Bestattungsmuseum



Am Tor 2 des Wiener Zentralfriedhofs endete offiziell die 11. Etappe.


Wir gingen noch zum Tor 1 weiter und schlossen diese Spazierwanderung mit einem Mittagessen im Schloss Condordia ab - ein Lokal mit einem ungewöhnlichen Flair und interessanten Schnitzel-Kreationen.

Schloss Concordia


Heimreise

Mit der Straßenbahnlinie 6 ging es von der Station Zentralfriedhof 1. Tor bis zur Station Simmering und von hier fährt die U-Bahn-Linie U3 in das Stadtzentrum.


Fazit

Sehr leicht zu gehende Strecke, die am Anfang und Ende schöne Highlights hat.


Den Streckenverlauf findet man bei GPSies.

Weiter Bilder findet man bei Flickr.

Donnerstag, 3. September 2015

Rundumadum 10 (03.09.2015) Vom Wienerberg zum Laaer Wald

Trotz der bedrohlichen dunklen Wolkenwand am Himmel verließ ich mich auf den Wetterbericht (wieder wärmer, bewölkt, kaum Regen) und begab mich auf meine Variation der 10. Etappe des Rundumadum-Wanderwegs um Wien.


Anreise

Mit der U-Bahn U1 ging es bis Reumannplatz und von dort mit der Straßenbahnlinie 67 bis zur Station Frödenplatz. (Geschickter wäre es gewesen, zwei Stationen vorher auszusteigen - schließlich bin ich diese Strecke ja schon abgeschritten - schlecht geplant ). Am Morgen ging das schnell und ich brauchte keine 45 min.


Wanderung

Beim Aussteigen aus der Straßenbahn: Regen - und dann die Erkenntnis, dass man einen unnötigen Weg auf einer vielbefahrenen öden Straße wieder hoch latscht, heben nicht gerade die Stimmung. (Wenn man auch noch dazu nicht gut geschlafen hat, kommen dann so komische Gedanken, wie "warum mach ich das überhaupt?").
Es geht also wieder die Neilreichgasse entlang bergauf, an der Salvator Kirche am Wienerfeld vorbei (ich bleib bei meinem Eindruck: komische Kirche) und schließlich biege ich ab und lande nach einem Stück beim Erholungsgebiet Heuberggstätten, wo ich zunächst nur eine große Hundeauslaufzone wahrnehme (Hunde brauchen offenbar auch Erholungsgebiete - für Menschen ist die Erholung eher mau) - das Gelände also eher uninteressant, aber dafür ist die Aussicht schön in die Ferne, aufgrund der Regenwolken aber keine klare Sicht, doch wenigstens hat der Regen aufgehört.
Heuberggstätten
 Ich drehte eine Runde in dem Gebiet, aber die Begeisterung hält sich weiter in Grenzen.

Über den Franz von Sales Steg marschierte ich über die Südosttangenge A23 - ein netter Blick so von oben auf diese berühmt berüchtigte Autobahn.
Autobahn A23

Von hier sieht man auch schon das nächste Ziel: Die katholische Kirche "Zum hl. Franz von Sales".
Franz von Sales-Steg
im Hintergrund:
Kirche zum hl. Franz von Sales.
 Leider war die Kirche geschlossen. Gleich daneben liegt die evangelische Thomaskirche.

Der weitere Weg geht unspektakulär entlang einer Wohnhausanlage bis zur Favoritenstraße. Dort wollte ich gemäß meiner Planung auf einem bestimmten Weg in den Park, bin aber - da war keine Absperrung und Verbotstafel gabs auch nicht - mitten in die U-Bahn-Baustelle spaziert. Interessant, wie weit man mit dem "Ich-weiß-was-ich-tue"-Blick in so eine Baustelle vordringen kann. (Ok, mein blaues Trekking-Outfit schaute irgendwie wie ein blaues Arbeitergwandl aus. Vielleicht hat auch mein böser Blick - verärgert über den weiteren Umweg - die Arbeiter abgeschreckt.)

Nach der bisher wenig erbaulichen Strecke hob sich meine Stimmung, als ich den Laaer-Berger-Volkspark betrat. Es ist ein wunderschöner Park mit zwei Teichen und die durch die Wolkendecke dringenden Sonnenstrahlen ergaben ein schönes Bild.
Laaerberger-Volkspark
Doch bei meinem Besuch war dieser Park voll in der Hand von unsympathischen Hundebesitzern. (Wenn Hunde frei herumlaufen, ist mir das egal, wenn sie mich aber anspringen, dann stört mich das schon. Wenn die mit Hundeverbotstafeln versehenen und abgezäunten Kinderwasserspielplatzbereiche als Hundebadewanne genutzt werden, finde ich das nicht ok. Und wenn ein anderer Hund voll auf eine harmlose Joggerin mit Kopftuch los sprintet und das Frauerl im tiefsten Favoritner Slang schreit "Hassan! Stooooop! Asoooo....jo auf de Türkensau kannst.... de stört mi a..." und die anderen Herrln und Frauerln rundherum lachen zustimmend, dann hört sich der Spaß auf.) Ich hab den schönen Park mit sehr schlechten Eindrücken rasch verlassen.

Butterteich im Laaer Wald
Nach einem Stück entlang einer stark befahrenen Straße und dann durch ein Waldstück, erreichte ich das Erholungsgebiet Laaer Wald.
Der Naturlehrpfad, den ich entlang schritt hatte schon bessere Zeiten gesehen. Bei den Tafeln gab es oft die bezeichneten Pflanzen nicht mehr, oder sie waren bis zur Unkenntlichkeit verkümmert. Aber ansonsten war es dort nett zu spazieren. Die Teiche, die ich passierte gehörten zu einem Vogelschutz-Bereich und nur zum Butterteich konnte man in die Nähe. Eine Plattform lädt zum Beobachten des Teiches ein.

Riesenrad
im Böhmischen Prater
Aufgrund der Wegweiser legte ich spontan eine Änderung der geplanten Route ein und steuerte auf den Böhmischen Prater zu. Dort war ich als kleines Kind öfter (Meine Oma hatte Angst vor dem großen Wiener Prater und wenn wir Kinder beim Besuch um einen Besuch im Prater bettelten, dann fuhr sie mit uns in den Böhmischen Prater: "ist auch der Prater, aber nicht so gefährlich und besser für kleine Kinder" - und uns Kinder hats auch gefallen.)
Wie erwartet war wochentags kurz vor Mittag nichts los, fast alle Schausteller-Betriebe geschlossen und man merkte, dass die Blütezeit dieses kleinen Vergnügungsparks vorbei ist. Einige Gaststätten waren jedoch geöffnet und sogar das Riesenrad war in Betrieb.

Ich wanderte von dort wieder zurück zur geplanten Strecke in den Laaer Wald und verließ an der Alten Laaer Straße wieder das Erholungsgebiet. Von dort hatte man wieder einen Blick in die Ferne.
Blick in gegen Nordosten Wiens
vom Laaer Wald aus

Ein paar Straßen weiter war an der Haltestelle Langsulzgasse Endpunkt meiner Etappe.


Heimreise

Mit der Autobuslinie 15A war ich rasch bei der Haltestelle Enkplatz, wo ich in die U-Bahn-Linie U3 umstieg und am Stephansplatz wieder die U-Bahn-Linie U1 für die Heimfahrt erreichte. Dafür brauchte ich ca. 40 min.


Fazit

Außer ein paar kleinen Highlights hat mir diese Strecke nicht so gut gefallen.

Bilder von dieser Etappe gibt es bei Flickr.
Den Verlauf der Wanderung gibt es bei GPSies.

Mittwoch, 2. September 2015

Rundumadum 9 (02.09.2015) Von Alt-Erlaa zum Wienerberg

Der Wetterbericht war nicht so hervorragend, aber solange es nicht Dauerregen gibt, wollte ich mich nicht abhalten lassen, meine Variation der 9. Etappe des offiziellen Rundumadum-Wanderweges um Wien zu beschreiten. 

Anreise

Mit der Straßenbahnlinie 26 ging es zum Bahnhof Floridsdorf, um mit der U-Bahn U6 weiter zu fahren.
Bei der Station Alser Straße machte ich einen kleinen Zwischenstopp, um Bookcrossing-Bücher in den Offenen Bücherschrank am Heinz-Heger-Park einzustellen. Hier begann es leicht zu regnen, aber das hielt mich nicht auf. Mit der U-Bahn U6 ging es wieder weiter bis zum Startpunkt der U-Bahnstation Alt-Erlaa. Wegen dieses Abstechers brauchte ich ca. eine Stunde.

Wanderung

Am Beginn stapfte ich wieder am Ufer des Liesingbaches
Liesingbach
Das ist mittlerweile schon ein gewohntes Bild. Ich passierte dabei einen kleinen See, der aber nicht zugänglich war, sondern von kleinen Häusern zugebaut ist - offenbar ein privates Wohnareal.

Nach kurzer Strecke zeigte mir mein Garmin einen Wegpunkt an, den ich ganz vergessen hatte: Das Schokomuseum der Firma Heindl. Es war an diesem Morgen noch sehr ruhig und ich hatte das Vergnügen, fast einsam durch das Museum zu schlendern. Hier erfährt man sehr viel über Zutaten und Produktion von Pralinen und anderen Schokolade-Leckereien.
Schokobrunnen
im Schokomuseum
Man kann direkt in die Produktionshallen schauen - sehr interessant dort.
Fertigungshalle
der Firma Heindl
Natürlich gibt es auch einen Schokoladen-Shop gleich daneben (schon blöd, wenn man erst am Beginn der Wanderung ist und sich dann nicht mit zuviel Ballast beladen will, aber ein bisschen muss man schon zuschlagen - schließlich macht das Schokomuseum genug Appetit darauf.)

Der nächste Teil der Strecke ging durch den Draschepark und führt unter Autobahnbrücken der A23 beim Inzersdorfer Knoten durch - wenig idyllisch. 
Autobahnbrücken der A23

Die folgenden Ziele waren zwei Kirchen. Die St. Nikolaus-Kirche in Inzersdorf war wegen Restaurierungsarbeiten nicht betretbar. 
Pfarrkirche St. Nikolaus
Die Kirche der Pfarre Emmaus ist eine von den modernen. 
Emmaus Pfarrkirche 

Innenraum der Emmaus-Kirche
Von dort war es nur mehr ein kurzes Stück - an den Kastanienseen vorbei, von denen man nur einen kleinen Blick erhaschen konnte, weil alles so stark umwuchert war und schon landet man im Erholungsgebiet Wienerberg

Den Wienerbergteich kannte ich schon von einer WildUrb-Tour, der mir auch damals schon gut gefallen hat. Außer ein paar Angler war es dort sehr ruhig und ich wurde auch mit Sonnenschein verwöhnt. 
Wienerberg-Teich
Letzter Punkt der Etappe war wieder eine Kirche: die Salvator-Kirche am Wienerfeld. Sie war leider verschlossen. Von außen konnte man fast nichts sehen von der Kirche, denn sie war von Bäumen umwuchert und war ein schlichter, eher unauffälliger Holzbau. Ein ordentliches Foto von der Kirche war aufgrund der üppigen Vegetation nicht machbar.
Der Endpunkt meiner Etappe war die Station Frödenplatz der Straßenbahnlinie 67.

Heimreise

(Wenn man sich in die richtige Richtung der Straßenbahn setzt) geht es rasch bis zur U-Bahn-Station U1 Reumannplatz. Hier machte ich zwecks Mittagessen noch einen Abstecher auf den Viktor-Adler-Markt - immer wieder interessant dieses multikulti-Markttreiben mit seinen Marktschreiern. Vom Reumannplatz ging es dann schnell mit der U-Bahnlinie U1 nach Hause - das hat nur eine halbe Stunde gedauert.

Fazit

Das Schokolademuseum hat den ersten öden Teil versüßt, während der Wienerberg einfach ein wunderbares Spaziergelände ist.

Bilder von der Etappe gibt es bei Flickr.
Den Verlauf meiner Strecke findest du bei GPSies.

Montag, 31. August 2015

Rundumadum 8 (31.08.2015) Liesingbach

Es war für diesen Tag auch wieder sehr heißes Wetter angesagt und da die 8. Etappe meines Rundumadum-Wanderweg-Projektes nicht so lang zu sein schien, bin ich gleich am Morgen aus dem Haus.

Anreise

Mit der U-Bahn U1 ging es mit Umsteigen am Schwedenplatz weiter mit der U-Bahn U4 bis nach Hietzing. Von dort fährt die Straßenbahnlinie 60 Richtung Rodaun. Die Straßenbahnstrecke ist ganz hübsch, weil viele schöne Villen zu sehen sind. An der Haltestelle Breitenfurterstraße/Liesingbrücke ist der Startpunkt dieser Etappe. Meine Anreise dauerte eine knappe Stunde.

Wanderung

Von der Straßenbahnhaltestelle ging es gleich die Treppen hinab zum Liesingbach. Hier kann man ganz bequem und ohne Anstrengung am Bachufer entlang spazieren. Ich sah jede Menge Hollunderbüsche, die auch von Passanten gerade gepflückt wurden, und andere Büsche mit reifen Früchten. 
Hollunderbusch
am Liesingbachufer
Ich passierte auch das Aquädukt der Wiener Hochquellwasserleitung, das ich bei der 7. Etappe von oben schon gesehen hatte. (Es wäre damals besser gewesen, wenn ich dem Aquädukt damals nach unten gefolgt wäre).
Aquädukt
Beim Herbert-Mayr-Park hatte man einen schönen Blick auf den Liesingbach, wo gerade ein Reiher (?) im Wasser stand.
Reiher im Liesingbach
Am Ufer waren auch zahlreiche Enten zu sehen und, was mich eher erschütterte, wuselten auch einige Ratten im Wasser bei Tageslicht ungeniert herum. Die zahlreich am Wegesrand gelegten Rattenköder haben offenbar nicht den großen Effekt.
Mit zunehmenden Temperaturen wurde der Geruch an manchen Stellen unangenehm, aber das kam nicht vom Wasser, sondern vom Hundekot in der Uferböschung und auf den Wiesen.

Beim Riverside Einkaufszentrum verschwindet der Liesingbach in den Untergrund, er wurde u.a. offenbar mit einem (charakterlosen) Park überbaut. Das Einkaufszentrum hat mich nicht angezogen, daneben war das Gebäude der Brauerei Liesing interessanter. 

Brauerei Liesing
Nun erreichte ich den bereits bekannten Liesinger Platz (irgendwie ein chaotischer unsympathischer Platz). Da ich letztens diesem nicht mehr so viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte, drehte ich hier eine Runde an der Liesinger Bücherei vorbei und entdeckte eine sehr nette Buchhandlung: Lesezeit

Schon an der gesamten Gestaltung war zu erkennen, dass sich hier jemand sehr viel Mühe mit der Liebe zum Detail macht. Originell fand ich die "Überraschungspakete" - da ist in Packpapier ein Buch versteckt und draußen steht nur ungefähr drauf, worum es in dem Buch geht - eine wirklich geniale Idee! Leider ist mein Lesetapel zu hoch, um mich mit Lesestoff zu versorgen, aber schließlich habe ich Natur-Lern-Quizkarten entdeckt, die mich dann doch zum Kaufen animierten.

Nach Durchschreiten des Bahnhofes kam wieder der Liesingbach zum Vorschein und es ging weiter eben am Ufer entlang. 
Liesingbach
Der Liesingbach verschwindet kurz vor Atzgersdorf wieder nach einem kleinem Wasserfall in einen Tunnel. 
Liesingbach kurz vor Atzgersdorf

Am Atzgersdorfer Platz erspähte ich einen Kirchturm und machte einen ungeplanten Abstecher zur Atzgersdorfer Pfarrkirche, die man betreten konnte und natürlich habe ich hier das obligate Kerzerl wieder angezündet.  
Pfarrkirche Atzgersdorf
Der Kirchenplatz davor ist auch sehr sympathisch gestaltet (ahhh...und hier schon wieder eine einladende Buchhandlung...nein...stark bleiben und weiter gehen)

Nach einem kurzen Marsch auf belebteren Straßen ging es wieder zum Ufer des Liesingbaches. Hier waren nun immer wieder Kunstwerke zu sehen, die ein Projekt der Agendagruppe Kunst sind. Ich fand es gut, dass (die meisten) Objekte beschriftet waren bzw. auf der Bei-Tafel erwähnt wurden. Es gibt auch jede Menge Spielplätze auf der Strecke, einen sogar mit öffentlich zugänglichen Kraft-Fitness-Geräten.
Madame Rouge mit Doggie
Angelika Rattay

Nach einiger Zeit waren die Kolosse des Wohnparks Alt-Erlaa zwischen den Bäumen schon zu sehen.
Über einen Park erreichte ich die Anlage, die ich zum ersten Mal aus nächster Nähe sah. Das ist eine ganz eigenartige Stimmung hier. Zum einen ein schöner, sauberer großer Park und von links und rechts schauen Riesen von Wohnbatterien auf einen herab. Binnen weniger Augenblicke verliert man geradezu die Orientierung, weil alles gleich aussieht. Aber es ist eine gepflegte, saubere Gegend und die Menschen waren sehr nett und hilfsbereit - dennoch hat das ganze Areal etwas Dystopisches an sich.
Wohnpark Alt-Erlaa
Die Kirche Alt-Erlaa konnte ich leider nur von außen besichtigen - auch ein futuristisches Gebäude. 
Wohnparkkirche Alt-Erlaa
Ich spazierte durch und um das Areal herum, wobei ich am Ende wieder zum Liesingbach kam und erneut auf ein paar Kunstskulpturen stieß.

Schließlich erreichte ich den Zielpunkt meiner Etappe: die U-Bahnstation U6 Alt-Erlaa.

Rückreise

Die Heimreise ging schnell und einfach: U-Bahn U6 von Alt-Erlaa bis zur U-Bahn-Station Längenfeldgasse, weiter mit der U-Bahn U4 bis zum Schwedenplatz und ab hier ging es mit der U-Bahn U1 nach Hause. Das ging in etwas mehr als einer halben Stunde flott dahin.

In der U-Bahn wurde ich von einem Fahrgast auf meinen Sunny-Bag-Rucksack angesprochen und um meine Erfahrung gefragt. Mein Fazit bisher: der Rucksack selbst ist sehr angenehm zu tragen und fasst sehr viel und auch mit der Solar-Aufladung bin ich zufrieden. Im Laufe einer Wanderung hat sich ein leerer Akku durch das Solar-Panel eigentlich immer aufgeladen. Ich finde auch die Akkus (PowerSticks) handlich. 

Fazit

Ganz nett und gar nicht anstrengend und am Ende beeindruckend. Diese Etappe kann ich besonders für Hundebesitzer empfehlen - jede Menge Hundezonen - und auch mit Kindern wird es sicher nicht langweilig, da ein Spielplatz nach dem anderen folgt.

Die Bilder meiner Wanderung findest Du bei Flickr.
Den Track meiner Wanderung findest Du bei GPSies.



Samstag, 29. August 2015

Rundumadum 7 (27.08.2015): Lainzer Tor - Liesing

Das Projekt "Rundumadum"-Wanderung war einige Zeit lang berufs-, wetter- und launebedingt eingeschlafen. Ein freier Tag und passende Witterung erweckten wieder meine Wanderlaune, um die - bereits im Frühjahr - geplante 7. Etappe des Rundumadum-Weges zu beschreiten. Mir kommt vor, dass es beim offiziellen rundumadum-Wanderweg um Wien Änderungen gegeben hat, aber ich wandle in der Planung ohnehin meine Route häufig ab, weil ich vielleicht noch den einen oder anderen Punkt "mitnehmen" möchte oder mir die Öffentlichen Verkehrsmittel an den Ein- oder Ausgangspunkten nicht passen.

Anreise

Am Vormittag ging es mit der U-Bahn U1 zum Schwedenplatz, von dort mit der U-Bahn U4 bis nach Hietzing. Ein wenig im Kreis laufen, weil ich nicht gleich die Busstation der Linie 56A gefunden habe, hat meine müden Muskeln aufgewärmt, aber dafür war der Bus schon da und er hatte keine lange Stehzeit mehr. An der Hermesstraße erfolgte mein Wechsel in den Bus der Linie 55A, der schon in der Haltestelle stand. Die Endstation Lainzer Tor war schließlich der Beginn der 7. Etappe. Für die Anreise brauche ich eine gute Stunde.

Wanderung

Damwild im Gehege beim Lainzer Tor im Lainzer Tiergarten
Durch das Lainzer Tor betrat ich den Lainzer Tiergarten und zu rechter Hand waren Damwild und Muffons gerade ganz nah am Zaun und beim Knabbern an frischen Ästen zu beobachten - immer wieder nett anzuschauen.




Hohenauer Teich im Lainzer Tiergarten

Gegenüber ist auch der Hohenauer Teich sehenswert.




hübscher Käfer am Weg
Wiese im Lainzer Tiergarten
schmucke Grasrispen am Wegesrand
In einem großen Bogen ging es dann südwestlich an zahlreichen Wiesen vorbei. Dieser Teil der Etappe hat mir am besten gefallen. Es ist herrlich ruhig, nicht anstrengend zu gehen und ständig abwechselnd Wald- und Wiesenstrecken, wo man Fauna und Flora ungestört beobachten kann.

bequeme Wege


Beim Gütenbach Tor habe das Areal des Lainzer Tiergarten verlassen und es ging wieder an zahlreichen Wiesen vorbei. Auch diese Strecke war hübsch, aber von Sportlern stärker frequentiert. Schließlich landete ich beim Pappelteich, wo die Seerosen mit den Fröschen um Aufmerksamkeit buhlten.

Finde den Frosch!

Nach einer kurzen Strecke verließ ich den Wald und betrat wieder bebautes Stadtgebiet. Ein bisschen unheimlich war es in der ersten Straße, denn hinter fast jeder Ecke, Hecke, Gartentüre oder Haustor knurrte oder bellten zahlreiche Hunde - und die klangen sehr groß und sehr böse. 
Nächstes Ziel war die Pfarrkirche Kalksburg.
Kirche der Pfarre St. Petrus in Kalksburg
Kaum hatte ich die Kirche betreten und suchte im Vorraum im Rucksack nach Münzen für das obligatorische Kerzerl (das ist ein kleines Ritual bei Kirchenbesuchen von mir geworden - wenn es die Möglichkeit gibt, zünde ich immer eine Kerze für meine Familie an), stand eine Dame hinter mir, beäugte mich misstrauisch und nach einem Gruß, bot sie mir an, das Gitter zu öffnen, um die Kirche anzuschauen, was ich höflich dankend ablehnte (es war auch so genug zu sehen). Innerlich musste ich schmunzeln, denn es war ihrem Gesicht anzusehen, was in ihrem Kopf vorging (Oh Gott, ein fremder Mann - mit Rucksack - am ruhigen Vormittag in der Kirche - das ist sicher ein Dieb.) - ich fand es aber schön, dass sich hier jemand sorgt und eine passende Ansprache findet, um nach dem Rechten zu sehen.

Mittlerweile war es ziemlich heiß geworden - der Beginn der nächsten Hitzewelle  - und das Marschieren im bebauten Stadtgebiet ist dann auch nicht so angenehm.
Die nächsten anvisierten Punkte waren nicht zugänglich bzw. habe ich nicht gefunden, als da wären eine Grotte (offenbar in bebautem Privatgrund) und ein Gedenkkreuz (vermutlich im kleinen Klosterareal, das nicht so aussah, als könnte man da einfach reinlatschen) auf der Breitenfurter Straße, sowie den ehem. Makschen Landschaftsgarten (das müsste auf dem Areal des Kollegiums Kalksburg liegen - aber ich war auf der anderen Seite der Mauer, wo es keinen Zugang gab). Der nächste Punkt war eine kleine Nepomuk-Kapelle
Den Waldweg hinter der Ketzergasse habe ich nicht entdeckt und so bin auf der Straße - vorbei am Hoffmansthal Schlössel (unspektakulär) zur Bergkirche Rodaun gegangen.


Hoffmansthal Schlössel
Bergkirche Rodaun


Hier ist ein schöner Kirchenplatz - die Kirche selber war aber leider versperrt. Obwohl auf einem kleinen Berglein, konnte man aufgrund der Bäume und Baukräne kaum in die Weite blicken.

Es ging weiter an der Endstation "Rodaun" der Straßenbahnlinie 60 vorbei Richtung Liesing. Hier hätte ich ruhig Schluss mit der Etappe machen können, denn der Rest der selbstgewählten Erweiterung bis nach Liesing war ziemlich ermüdend, weil es ein nicht sehr spannender Weg an vielen Einzelvillen vorbei war und das bei sehr heißem Wetter.

Aquädukt
Die letzten "Highlights" waren ein interessantes Fassaden-Denkmal und ein Aquädukt der Hochquellwasserleitung.
Fassade zur Erinnerung an einen Alchimisten


Der letzte Punkt war noch die Pfarrkirche Liesing, die aufgrund von benachbarten Bauarbeiten nur schlecht zugänglich war und die mir auch nicht so gut gefallen hat (50er-Jahre-Nichtcharme) - vermutlich weil ich einfach auch schon erschöpft war. 

Endpunkt war schließlich der Bahnhof Liesing.

Heimreise

Vom Bahnhof Liesing ging es mit der Schnellbahn zum Hauptbahnhof und von dort bequem mit der U-Bahn U1 nach Hause.

Fazit

Das erste Drittel war wunderschön, das zweite Drittel war ok., das letzte Drittel hätte ich mir sparen können - zumal es mir bei dieser Hitze auch schon fast zuviel war.

Bilder von dieser Tour gibt es bei Flickr.
Verlauf meiner Strecke findet man bei GPSies.